Der Fall einer Sonne
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Mondsichel

Und er scheint erneut am Himmelszelt. Der Mond. Nun ist dies nichts Ungewöhnliches. Schon tausende Poeten vor mir haben über eben jene silbrig glänzende Kugel berichtet. Für mich ist sie ein Symbol. Ein Symbol, wie alles nur ein Symbol ist.

Hinter den Menschen in Ihrer Umgebung steckt letzteinendes nicht mehr als ein Symbol. Sie sind die Repräsentanten eines Schachfeldes auf welchem du Spieler und Figur zugleich bist.

Doch gibt da einige Symbole in meiner Vergangenheit, die mehr als nur Warnsingale oder Hinweise waren. Sie haben mich gebrandmarkt. Sie schnitten tief in meine Seele und nahmen einen Teil mit ihr. Die Grausamste unter ihnen war sie, Luna.

Oh mein Gott, ich höre mich wie bei einer dieser typischen Liebeskummerselbsthilfegruppen an. Jedoch vermute ich, dass den meisten unter Ihnen das Problem bekannt ist. Man fühlt so stark für Jemanden, bis er Teil von Ihnen selbst wurde. Geht er dann aus Ihrem Leben, wie auch immer, reißt er einen Teil aus Ihnen heraus und nimmt ihn mit sich.

Ich sollte vollkommen ausgelöscht werden. Man wollte mich innerlich völlig zerstören. Mich für Verbrechen bestrafen, derer ich mich nicht schuldig gemacht habe, deren Vorstellung die sache für den Ankläger aber einfacher machten.

Das Ergebnis ist ein gebrochener Geist, ein Künstler, eine weitere verletzte Seele unter Tausenden auf diesem Planeten, der sein Schicksal als viel zu wichtig erachtet, um einzusehen dass es nur eines unter vielen ist.

Wir nehmen unser Schicksal ohnehin um einiges zu ernst. Sind wir nicht nur kleine, unbedeutende Zahnräder, die leicht ersetzbar wären? Im Endeffekt verändern selbst unsere größten Probleme oftmals kaum mehr als 3 Personen. Und doch nehmen wir sie so wichtig. Es ist das Gefühl des Schmerzes, welches uns zu dieser Einstellung drängt. Es ist ein ästhetisches Gefühl. Von uns wird im Inneren unseres Selbst verlangt sich schlecht zu fühlen und geben wir diesem Drängen nach, so entladen sich die angestauten Gefühle in einer Welle aus Hass, Zorn, Trauer, Neid und Verletztheit. Es ist grausam und befreiend zugleich. Nicht erstrebenswert und doch anbetungswürdig.

Sie werden mich wahrscheinlich für krank halten. Ich würde es an ihrer Stelle tun. Aber sicherlich nehme ich mich auch hier wiederrum zu wichtig.

Soviel zum heutigen Tage.

Eine gute Nacht noch.

6.10.07 04:59
 


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